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Zu Gast im Publikum bei „Wer stiehlt mir die Show?“.

Fern­seh­shows sind tot!“ ist der gesell­schaft­li­che Tenor in dieser Dekade. Vorbei sind die gol­de­nen Zeiten von „Wetten Dass…?“, „Ver­ste­hen Sie Spaß” oder den TV-Total Sport­events. Doch mit dem Format „Wer stiehlt mir die Show?“ hat das Team der Flo­ri­da TV im Jahr 2021 ein inno­va­ti­ves Kon­zept mit krea­ti­ven Spie­len an den Start gebracht, das gefällt. Ich war bei der Auf­zeich­nung einer Show der elften Staf­fel mit Mode­ra­tor Joko Win­ter­scheidt, Sänger Nico Santos, Come­di­an Till Rei­ners und Ex-Ten­nis­spie­le­rin Andrea Pet­ko­vić im Novem­ber 2025 als Zuschau­er vor Ort.

Digital Detox vor dem Einlass

Es ist ein wech­sel­haf­ter Novem­ber­tag in Berlin Adlers­hof. In der Haupt­stadt ist geschäf­ti­ges Trei­ben. Doch nur die wenigs­ten wissen, dass heute im Studio Berlin die fünfte Folge der elften Staf­fel von „Wer stiehlt mir die Show?“ (kurz WSMDS) auf­ge­zeich­net wird. Kurz vor 14 Uhr kommen wir an der Richard-Will­stät­ter-Straße an. Men­schen sam­meln sich am unschein­ba­ren Ein­gang zum Gelän­de. Über eine Sei­ten­tür geht es in einen langen Flur zur Ticket­kon­trol­le. Als Vie­rer­grup­pe erhal­ten wir zusam­men­hän­gen­de Plätze in Reihe 9 zuge­wie­sen. Zum Tausch ver­blei­ben unse­ren Jacken und Smart­phones in der Garderobe.

Damit beginnt nicht nur eine lange War­te­zeit, son­dern auch inten­si­ves „Digi­tal Detox“. Ein biss­chen The­ra­pie für das junge WSMDS-Publi­kum. Wer mag, ver­schafft sich statt­des­sen mit süßen oder sal­zi­gen Snacks einen Dopa­min-Kick. (Über­teu­er­te Coca-Cola-) Geträn­ke helfen wäh­rend der ange­reg­ten Gesprä­che die Kehle feucht zu halten.

Mitt­ler­wei­le ist es 15 Uhr. Die Vor­freu­de wächst. Min­des­tens genau­so wie die Schlan­ge vor der Frau­en­toi­let­te. Denn für schät­zungs­wei­se 400 Gäste hält der War­te­be­reich in Summe gerade einmal sechs Toi­let­ten bereit. Wohl auch pro­phy­lak­tisch stel­len sich immer mehr Men­schen an. Wer mag auch die Show durch eine Not­durft verpassen?

Vom weiten Spannungsbogen hin zum Start der Aufzeichnung

Gegen 15.30 Uhr werden wir über den Hof und Park­platz der Pro­duk­ti­ons­stät­te hin zum Studio gelotst. Bei feinem Nie­sel­re­gen errei­chen wir die Hei­li­gen Halle von WSMDS: Hun­der­te Schein­wer­fer beleuch­ten das Show Setup mit den Plät­zen der Kandidat:innen. Im Hin­ter­grund warten auf einer brei­ten Bühnen ein Dut­zend Instru­men­te auf ihren Ein­satz. Über allem thront der frei­schwe­ben­de LED-Würfel, der in der Rea­li­tät etwas klei­ner wirkt als es die Weit­win­kel­ka­me­ras ver­mit­teln lassen.

Flugs finden wir unsere Plätze direkt am rech­ten Tri­bü­nen­auf­gang. Voller Vor­freu­de schweift der Blick durch das weite Studio. In Win­des­ei­le füllen sich die Sitze. Leere Plätze werden von Kom­par­sen belegt. Nach weni­gen Minu­ten begrüßt uns ein „Anhei­zer“. Er geht mit ein­zel­nen Gästen auf Tuch­füh­lung, erzählt Fun­facts zum Show­biz und ani­miert uns zum aus­ge­las­se­nen Applau­die­ren. Die Stim­mung steigt. Wäh­rend­des­sen drehen einige Kame­ra­leu­te ihre Runden und der Kame­ra­kran lie­fert erste Schnitt­auf­nah­men vom Publikum.

Nico Santos, Joko Win­ter­scheidt, Andrea Pet­ko­vic und Till Rei­ners sind Teil der elften Staf­fel von WSMDS. Foto: Joyn/Florida TV/Julian Mathieu

Mit zuneh­mend feuch­ten Händen beklat­schen wir die Show­band „Mighty Win­ter­scheidts“, die ihre Plätze auf der Bühne ein­neh­men. Und dann ist es soweit: Die Kandidat:innen der 11. Staf­fel WSMDS Musi­ker Nico Santos, Come­di­an Till Rei­ners, Ten­nis­spie­le­rin Andrea Pet­ko­vić und die Wild­card-Gewin­ne­rin Jose­phi­ne erschei­nen nach­ein­an­der im Studio und ver­schaf­fen sich einen sym­pa­thi­schen, ersten Ein­druck von uns Live-Zuschauenden.

Beeindruckende Professionalität von Anfang bis Ende

Die Auf­zeich­nung beginnt. Das Thema der Sen­dung erklingt. Alle warten gebannt auf Joko Win­ter­scheidt und seinen legen­dä­ren Abgang von der Show­trep­pe. Doch nie­mand erscheint. Der Mode­ra­tor lässt sich „spon­tan“ über den Video­wür­fel ein­blen­den, wie er mit dem Taxi zum Studio fährt. Wäh­rend­des­sen über­nimmt Taja aus dem Publi­kum den (zuge­ge­be­ner­ma­ßen holp­ri­gen) Start der Sen­dung. Alle atmen auf als Joko hinter den Kulis­sen auf­taucht und das Studio betritt.

Doch gerade dieses per­fek­te Unplan­mä­ßi­ge lässt mich stau­nend zurück. Wäh­rend die Kandidat:innen ungläu­big reagie­ren, lie­fern Regie-Team und Videograf:innen einen per­fek­ten Job ab. Pausen gibt es wäh­rend der ersten Spiele keine, jeder kennt seine Wege und Blick­win­kel. Beson­ders Pas­sa­gen mit einem Segway-fah­ren­den Kame­ra­mann beein­dru­cken. Aber auch die flot­ten Fahr­ten des Krans ver­set­zen mich ins Stau­nen. Für Tech­nik- und Film­fans ein abso­lu­tes Erlebnis.

Dar­über hinaus über­zeugt die Show selbst durch ihre Pro­fes­sio­na­li­tät. Die krea­ti­ven Musik­spie­le mit der erst­klas­si­gen Band und den Sänger:innen sind live noch einmal glanz­vol­ler. Auch die Requi­si­ten bezau­bern mit ihrer lie­be­vol­len Gestal­tung. Und die Kandidat:innen sind über­aus humor­voll, sym­pa­thisch und schlag­fer­tig. Beson­ders Andrea Pet­ko­vić bringt mich mit ihrer locke­ren Art und dem brei­ten All­ge­mein­wis­sen zum Stau­nen. Ver­dient sam­melt sie Runde um Runde ihre Punkte.

Ein furioses Ende mit knurrendem Magen und leichtem Harndrang

Wäh­rend­des­sen zeigt sich auch der Kos­ten­druck einer sol­chen TV-Pro­duk­ti­on. Es gibt ledig­lich kurze Unter­bre­chun­gen, in denen wir ange­hal­ten werden, nur im Not­fall die Toi­let­te auf­zu­su­chen. Denn ein Betre­ten des Show­sets ist wäh­rend der Auf­zeich­nung aus Sicher­heits­grün­den nicht mehr mög­lich. So ver­knei­fe ich mir den Gang aufs WC, der erst zum Ende not­wen­dig wird.

Zwar ist die Aus­ga­be von WSMDS alles andere als lang­wei­lig, doch nach 3,5 Stun­den freue ich mich auf das (ver­dien­te) Finale zwi­schen Andrea Pet­ko­vić und Joko Win­ter­scheidt. Noch ein letz­tes Mail zeigt die ehe­ma­li­ge Ten­nis­spie­le­rin ihr Können. Mit Bra­vour ent­schei­det sie das spe­zi­el­le Quiz für sich. Das Publi­kum jubelt. Gra­tu­la­ti­on zur gewon­ne­nen Mode­ra­ti­on der letz­ten Folge dieser 11. Staffel!

Mit dem Applaus im Takt grum­melt mir der Magen. Kein Wunder, gab es doch vor acht Stun­den die letzte Mahl­zeit. Eupho­ri­siert, aber auch sicht­lich erschöpft ver­las­sen wir Zuschau­en­den das Set und Studio. Bei einer lecke­ren Miso­sup­pe lassen wir die ver­gan­ge­ne Zeit Revue pas­sie­ren und erken­nen, wie die per­fek­te Vor­be­rei­tung aus­se­hen müsste:

1. Vor dem Besuch des „Studio Berlin“ aus­gie­big zu Mittag essen.
2. Bereits gut hydriert und nicht zu früh am Areal ankommen.
3. Im War­te­be­reich nicht beim Wasser geizen.
4. In den kurzen Unter­bre­chun­gen auf Toi­let­te gehen, obwohl Zeit­druck auf­ge­baut wird.
5. Wäh­rend der kurzen Dreh- und Umbau­pau­sen auf­ste­hen und bewegen.

Teaser­bild: Joyn/Florida TV


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