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Die Geburt des Wurmmondes aus Schloss Augustusburg.

Jeden Monat erstrahlt der Voll­mond in seiner Pracht am Fir­ma­ment. Und jeden Monat nehme ich mir vor von diesem Natur­schau­spiel schöne Auf­nah­men mit einem foto­ge­nen Vor­der­grund zu erstel­len. Zum soge­nann­ten „Wurm­mond“ Anfang März bot sich nun die Gele­gen­heit ein ganz beson­de­res Ziel­fo­to ent­wi­ckeln: Aus dem Schloss Augus­tus­burg bei Chem­nitz lief der Erd­tra­bant in den Abend­him­mel empor. Einige Worte wie es dazu kam.

Per Photopills zum richtigen Aufnahmeort

Das Hobby Foto­gra­fie ist ein höchst indi­vi­du­el­les. Ich per­sön­lich mag es kleine Repor­ta­gen mit hoch­wer­ti­gen, aber nicht per­fek­ten Auf­nah­men zu beglei­ten. Andere wie­der­um fokus­sie­ren sich auf ein ein­zel­nes Ziel­fo­to mit erheb­li­chem Mehr­auf­wand. Ich ver­ließ also meine per­sön­li­che Kom­fort­zo­ne und ver­such­te mich an einem Ziel­fo­to beim Ablich­ten des „Wurm­mon­des“, wie der Voll­mond im März lie­be­voll bezeich­net wird.

Den Start bil­de­te die Recher­che nach dem per­fek­ten Zeit­punkt. Im Fall des „Wurm­mon­des“ war das der Abend des 03. März. Ich wusste, dass der Erd­tra­bant kurz nach Son­nen­un­ter­gang im Osten auf­ge­hen würde. Für die genaue Stand­ort­fin­dung kam dann die App „Pho­to­pills“ zum Ein­satz, die sowohl im Google Play Store als auch Apple App-Store ver­füg­bar ist. Mit 12,99 Euro ist sie alles andere als güns­tig, in regel­mä­ßi­gen Abstän­den gibt es jedoch loh­nens­wer­te Rabatt­ak­tio­nen. Mit ihr lässt sich unter ande­rem der Auf­gang und Lauf des Mondes genau nach­voll­zie­hen und planen.

Per Pho­to­pills lassen sich orts­ab­hän­gig Lauf und Posi­ti­on des Mondes planen.

Ich wählte also Schloss Augus­tus­burg als sinn­vol­len Vor­der­grund. Über die Stand­ort-Pin suchte ich nach einem gut erreich­ba­ren Ort, von dem der Mond­auf­gang ent­spre­chend sicht­bar ist. Die Wahl fiel auf eine Anhöhe bei Klein­ol­bers­dorf. Luft­li­nie sind es von da nur wenige Kilo­me­ter bis zum ehe­ma­li­gen Jagd- und Lust­schloss des Kur­fürs­ten August von Sach­sen. Geplant, getan. Mit etwas Puf­fer­zeit erreich­te ich an jenem Abend gegen 17.40 Uhr den Aussichtspunkt.

Mit Stativ und Selbstauslöser zum scharfen Foto

Mit dabei hatte ich nicht nur meine Nikon Z6 III mit dem Tamron 50–400mm f/4.5–6.3 Tele­ob­jek­tiv (gespon­ser­ter Link). Ein aus­führ­li­cher Test­be­richt folgt dem­nächst. Auch das Rollei C5i Stativ (gespon­ser­ter Link) sollte mir helfen wackel­freie Fotos zu erzeu­gen. Zusätz­lich emp­fahl sich der Ein­satz des Zwei-Sekun­den-Selbst­aus­lö­sers, um die Erschüt­te­run­gen des Aus­lö­se­vor­gangs zu ver­hin­dern. Dar­über hinaus fixier­te ich die Belich­tungs­zeit auf 1/100s und die Blende auf den Maxi­mal­wert f/6.3, um zwar eini­ges an Licht, aber auch den Mond scharf einzufangen.

Blick auf das Kamera-Setup und Schloss Augustusburg.

Pünkt­lich um 18.10 Uhr begann der Mond ver­schämt hinter der Schloss­an­la­ge hervor zu schau­en. Zen­ti­me­ter um Zen­ti­me­ter beweg­te er sich ins Bild hinein. Im Sekun­den­takt klick­te der Aus­lö­ser. Jede Per­spek­ti­ve hatte ihren eige­nen Charme. Nach etwa 30 Minu­ten ver­ließ er den gewähl­ten Bild­aus­schnitt und stieg immer weiter am Fir­ma­ment empor. Meine Bild­se­rie war im Kasten und es ging für mich nach Hause.

Smartes Fotostacking dank Adobe Photoshop

Wieder daheim ange­kom­men, bear­bei­te­te ich die auf­ge­nom­men RAW-Datei­en per Adobe Ligh­t­room vor. Der Import folgte über das vor­in­stal­lier­te „Natürlich“-Preset. Die Lich­ter wurden redu­ziert, die Tiefen leicht ange­ho­ben. Die Option „Dunst ent­fer­nen“ ver­half zu kon­trast­rei­che­ren Ein­zel­auf­nah­men. Zudem ent­schied ich mich Schloss Augus­tus­burg in der ersten Auf­nah­me per Motiv-Mas­kie­rung leicht auf­zu­hel­len. Warum sollte sich im nächs­ten Schritt als nütz­lich erweisen.

Denn nun lan­de­te eine Aus­wahl der Mond­fo­tos in Adobe Pho­to­shop. Ebene für Ebene fügte ich mit einer Trans­pa­renz von 50% alle Bilder ein. Nach der Selek­tie­rung aller Ebenen rich­te­te das Pro­gramm per Klick auf „Bear­bei­ten – Ebenen auto­ma­tisch aus­rich­ten“ die Ein­zel­auf­nah­men zuein­an­der aus. Im letz­ten Schritt wech­sel­te ich den Misch­mo­dus auf „Hel­le­re Farbe“ und setzte die Deck­kraft zurück auf 100%. Fortan über­blen­de­ten die hellen Mond­pi­xel den dun­kel­blau­en Abend­him­mel. Fertig war die Col­la­ge des „Wurm­mon­des“, der sich aus dem Schloss Augus­tus­burg erhebt.

Per Pho­to­shop lassen sich die Ein­zel­fo­tos aus­rich­ten und über­ein­an­der legen.
Wurmmond hinter Schloss Augustusburg
Der Wurm­mond ent­springt aus Schloss Augustusburg

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