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Zoomterbare Altstadt von Meißen.

In dieser schnell­le­bi­gen Zeit fällt es zuneh­mend schwer sich auch mal Zeit und Ruhe für die klei­nen Details auf dieser Erde zu nehmen. Etwa in der pracht­vol­len Alt­stadt der „Wiege Sach­sens“ Meißen. Die warmen Früh­lings­tem­pe­ra­tu­ren lock­ten mich an diesem wech­sel­haf­ten April­sams­tag in dessen roman­ti­sche Gassen. Einige Ein­drü­cke eines Streif­zu­ges mit der Nikon Z6 III und dem Tamron 50–400mm F/4.5–6.3.

Unterwegs in Sachsens Zentrum der Macht

Die Geschich­te des Frei­staa­tes Sach­sens beginnt nicht etwa in Dres­den oder Leip­zig. Als die Geburts­stät­te des ost­deut­schen Bun­des­lan­des lässt sich die kleine Stadt Meißen nur wenige Kilo­me­ter nord­öst­lich der heu­ti­gen Lan­des­haupt­stadt aus­ma­chen. Stra­te­gisch klug an der Elbe gele­gen, grün­de­te König Hein­rich I. im Jahr 929 aus dem sla­wi­schen Dorf Misnia die gleich­na­mi­ge Burg. Damit einher ging die Errich­tung des Bis­tums Meißen. Als katho­li­sches Zen­trum war es auch für die kul­tu­rel­le Ent­wick­lung Sach­sens von essen­ti­el­ler Bedeu­tung. Ende des 12. Jahr­hun­dert wuchs Misnia zu einer Stadt, deren Rechte 1332 urkund­lich bezeugt wurden.

Schon davor, um 1250, wurde mit dem Bau des Doms begon­nen. In seiner jet­zi­gen Form sollte er erst 1909 fer­tig­ge­stellt werden, nach­dem die West­front inklu­si­ve der beiden Türme 1547 durch einen Blitz­schlag zer­stört worden waren. Anstel­le der mit­tel­al­ter­li­chen Burg ließen die wet­ti­ni­schen Kur­fürs­ten und Her­zö­ge von Sach­sen ab 1471 das wohl bekann­tes­te spät­go­ti­sche Archi­tek­tur­denk­mal erbau­en. Denn die von Lan­des­bau­meis­ter Arnold von West­fa­len geschaf­fe­ne Albrechts­burg gilt als der erste Schloss­bau Deutsch­lands. Kurios: Es wurde nie als Resi­denz genutzt, son­dern beher­berg­te von 1710 bis Mitte des 19. Jahr­hun­derts die Meiß­ner Por­zel­lan­ma­nu­fak­tur.

Auf Detailsuche in der Geburtsstätte Sachsens

Die man­nig­fal­ti­ge Geschich­te Mei­ßens lässt sich beson­ders gut an den his­to­ri­schen Fas­sa­den in der Alt­stadt erken­nen. Über­all sind Ver­zie­run­gen, und Reli­efs zu erken­nen. Von den Dach­gie­beln schau­en Figu­ren auf das Gesche­hen in den Gassen hinab. Tourist:innen lau­schen vom Markt­platz dem Por­zel­lan-Glo­cken­spiel der alt­ehr­wür­di­gen Frau­en­kir­che aus dem 15. Jahr­hun­dert. Im Inne­ren lässt die Orgel mit fili­gra­nem Por­zel­lan-Regis­ter erstaunen.

Über die Burg­stra­ße, vorbei an aus­schla­gen­den Bäumen und den bunten Blüten der Früh­blü­her, führt der Weg hinauf zur Albrechts­burg mit dem impo­san­ten Dom zu Meißen. Kleine inha­ber­ge­führ­te Läden mit bunten Fas­sa­den laden zum Ver­schnau­fen und Bum­meln ein. Vom Tor­haus geht es auf den Dom­platz. Oben ange­kom­men eröff­net sich nicht nur ein präch­ti­ger Pan­ora­ma­blick auf die Elbe und das blü­hen­de Umland. Auch die his­to­ri­schen Gebäu­de lie­fern mit jedem Qua­drat­me­ter Raum zum Ent­de­cken. Beson­ders der Blick nach oben offen­bart so man­ches Detail, das in dieser hek­ti­schen Welt zum Inne­hal­ten einlädt.


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