In den Herbstmonaten zählt der Speisekürbis zu meinen liebsten Gemüsesorten. Doch neben kulinarischen Spezialitäten wie Suppen, Lasagnen und Salaten lassen sich mit den orangefarbenen Rundkörpern ganz andere Kunstwerke erschaffen. Im Freizeitpark Oskarshausen in Freital bei Dresden lädt alljährlich Sachsens größte Kürbisausstellung zum Staunen ein. Ich nehme euch mit auf eine Exkursion in die Welt der botanischen Beere.
Warum der Kürbis so bedeutsam ist
Die Erfolgsgeschichte des Kürbisses beginnt bereits vor 10.000 Jahren. Damals finden die ersten „Cucurbita pepo“ in Mexiko den Weg auf die Felder. Sie zählen damit zu den frühesten domestizierten Nutzpflanzen Amerikas. Gemeinsam mit den Gemüsesorten Mais und Bohne vervollständigen Kürbisse in den folgenden Jahrtausenden die „Milpa“, ein (über-)lebenswichtiges Landwirtschaftssystem der Maya und Azteken. Die drei Pflanzenarten bilden eine perfekte Symbiose: Während der Mais den Bohnen als Rankhilfe dient, versorgt selbige den Mais mit Stickstoff. Die großen Blätter des Kürbisses wiederum bedecken den Boden und verhindern Erosion durch Regen und Austrocknung.
Mit den europäischen Seefahrenden gelangen die ersten Samen Ende des 15. Jahrhunderts auch auf den hiesigen Kontinent. Aufgrund seiner guten Lagerfähigkeit und vielseitigen Verwendbarkeit gewinnt der Kürbis im 19. Jahrhundert an Bedeutung für die bäuerliche Küche. Nicht ohne Grund, beinhaltet er doch eine Vielzahl an Nährstoffen bei wenigen Kalorien. Vor allem in Nordamerika entwickelt er sich parallel zum festen Bestandteil von Herbst- und Erntedankfesten und natürlich Halloween. Heute existieren mehrere Hundert Sorten der Kulturpflanze. Ganz oben auf meiner Favoritenlisten stehen Hokkaido, Butternut und Spaghettikürbis. Doch auch für dekorative Zwecke macht der Kürbis eine gute Figur.
Wenn Kürbisse den olympischen Gedanken verkörpern
Beim Thema Figur sind wir auch schon beim Motto der diesjährigen Kürbisausstellung im Freizeitpark Oskarshausen. Denn zur vierten Ausgabe verwandeln sich mehr als 50.000 Früchte unter Verwendung hölzerner Gestelle und stählerner Drähte in erfolgreiche Sportler:innen der Olympischen Spiele. Dabei standen auch bekannte sächsische Größen Pate: Bobfahrer Francesco Friedrich, Skispringer Jens Weißflog, Kanute Tom Liebscher-Lucz, Schwimmer Jens Kruppa und Biathlet Michael Rösch gaben einigen holzgeschnitzten Köpfen ihr Gesicht.
Rund ein Jahr Planung und zwei Monate Aufbauzeit stecken in dem Dutzend Figuren, die aus 130 verschiedenen Kürbissorten bestehen. Damit wirbt der neue Rundgang nicht nur für das gesunde Herbstgemüse, sondern auch für den Sport selbst. Denn an einigen Stationen besteht die Möglichkeit selbst in eine olympische Rolle zu schlüpfen. Der Spruch „Dabei sein ist alles!“ bekommt dann eine ganz neue Bedeutung. Das Team von „Kürbishausen“ wiederum beweist einmal mehr, dass sich mit Herzblut und Kreativität beeindruckende Kunstwerke erstellen lassen.
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