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Ein bisschen Vietnam-Geschichte in Chemnitz.

Geschichte ist ja nicht jed­er­manns Sache. Auch ich selb­st habe an die Stun­den in der Schulzeit eher neg­a­tive Erin­nerun­gen. Wem es ähn­lich erge­ht, sollte — falls noch nicht geschehen — drin­gend einen Abstech­er in das span­nend in Szene geset­zte Säch­sis­che Muse­um für Archäolo­gie (kurz SMAC) in Chem­nitz machen. Nach­dem ich bere­its vor zwei Jahren die his­torischen Exponate der Haup­tausstel­lung in Augen­schein genom­men hat­te, sollte mich nun wiederum der Weg in das ehe­ma­lige Kaufhaus Schock­en führen. Grund war die exk­lu­sive Social Media Pre­view der neuen Son­der­ausstel­lung “Schätze der Archäolo­gie Viet­nams”, die ab sofort offiziell geöffnet ist.

Dass ab dem 31. März im Rah­men der Son­der­ausstel­lung die viet­name­sis­chen Expo­nante in den Räu­men des SMAC in Augen­schein genom­men wer­den kön­nen, ist keine Selb­stver­ständlichkeit. Zehn Jahre ist es her, dass die archäol­o­gis­chen Museen Herne (LWL-Muse­um für Archäolo­gie), Mannheim (REM) und Chem­nitz das Pro­jekt starteten. Zu Beginn mussten entsprechende För­der­mit­tel einge­wor­ben und Genehmi­gun­gen einge­holt wer­den. Der schwierige Weg führte nicht zulet­zt über das Deutsche Archäol­o­gis­che Insti­tut sowie Bun­de­saußen­min­is­ter a. D. Dr. Frank-Wal­ter Stein­meier, der kurz­er­hand die Schirmherrschaft über das Anliegen über­nahm. Dank des Auswär­ti­gen Amtes in Viet­nam gelang es schlussendlich die begehrten Schätze nach Deutsch­land zu brin­gen. Die genaue Chronolo­gie ist im offiziellen Blog des SMAC niedergeschrieben.

Einführung in die Geschichte der vietnamesischen Musikinstrumente

Am Start der Ausstel­lung ste­hen alte Kon­struk­tio­nen, die in der Prax­is als Musikin­stru­mente dien­ten. Dazu zählen eine Art Stein-Xylophon sowie his­torische Bronze-Trom­meln, die kun­stvoll Verzierun­gen besitzen und zum Pro­bieren ein­laden. Eines der Schätze der hüb­sch in Szene geset­zten Son­der­ausstel­lung ist ein Boots­grab, das nahezu voll­ständig in den Räu­men des SMAC bestaunt wer­den kann. Die Archäolo­gen fan­den neben Schutzk­lei­dung auch Waf­fen, Töpfe und Geschirr.

Eine große Rolle spielt in der Samm­lung zur Kul­tur in Viet­nam die Reli­giosität. So lassen sich etliche Stat­uen mit bud­dhis­tis­chen Zügen find­en, die viet­name­sis­che Ein­wohn­ern vor Jahrtausenden baut­en, um sie anzu­beten. Tem­pelmod­elle machen deut­lich, wie kun­stvoll die Baut­en von den Ein­heimis­chen kon­stru­iert und mit Ter­rakot­ta-Stat­uen aus­ges­tat­tet waren. Die beein­druck­end­ste Fig­ur stellte dabei für mich der auf­steigende Drache mit seinen detail­lierten Verzierun­gen dar.

Zwischen Denkmälern und DDR

Einige Meter weit­er find­en sich beson­ders reich bemalte Tonge­fäße, die sich in nahezu aus­geze­ich­netem Zus­tand befind­en. Auch liebevoll hergestellte Skulp­turen lassen in der Ausstel­lung bestaunen. Den Abschluss der Ausstel­lung bildet die Beleuch­tung der brüder­lichen Beziehun­gen zwis­chen der Deutschen Demokratis­chen Repub­lik und dem Staat Viet­nam. Die engen wirtschaftlichen Verbindun­gen wer­den auch an den his­torischen Staats­geschenken sicht­bar, die bei dem ein oder anderen Besuch­er ein Schmun­zeln her­vor­rufen dürfte.

Die ins­ge­samt rund 400 Exponate der Ausstel­lung “Schätze der Archäolo­gie Viet­nams” kön­nen ab sofort bis Ende August im SMAC bestaunt wer­den. Der Ein­trittspreis liegt bei fairen 5 Euro bzw. 3 Euro ermäßigt. Eine Fam­i­lienkarte schlägt mit lediglich 8 Euro zu Buche. Für beson­ders Wis­senshun­grige wird sam­stags 15 Uhr eine öffentliche Führung ange­boten. Auch wenn bei meinem Besuch im Rah­men des Social Media Abends noch nicht alle Stücke an ihrem Platz waren, kann ich jedem Muse­ums­fan nur empfehlen den Weg in das Säch­sis­che Muse­um für Archäolo­gie zu find­en. Nicht zulet­zt auf­grund der bewe­gen­den Geschichte lohnt sich das Abtauchen in die uns doch sehr fremde viet­name­sis­che Kul­tur.

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