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Kosmonaut 2016. Das war der Festival-Freitag.

Zum mitt­ler­wei­le vier­ten Mal haben die Jungs der Chem­nit­zer Band Kraft­klub auf dem Gelän­de des idyl­li­schen Stau­see Ober­ra­ben­stein das Kos­mo­naut Fes­ti­val aus­ge­rich­tet. Petrus wusste das am Frei­tag zu schät­zen und belohn­te Künst­ler und Gäste mit Son­nen­schein und Tem­pe­ra­tu­ren ober­halb der 30-Grad-Marke. Höhe­punkt war der Auf­tritt des Rap­pers Casper, der mit einer Über­ra­schung endete. Einige Eindrücke.

Es ist zwei­fels­frei erstaun­lich was das Team um Fes­ti­val-Exper­te Beat Gott­wald inner­halb vier Jahren auf­ge­baut hat: Mit einem fami­liä­ren Ambi­en­te, lie­be­voll gestal­te­ten Requi­si­ten und nicht zuletzt tollen Künst­lern ist das Kos­mo­naut das wohl schöns­te kleins­te Musik-Fes­ti­val Deutsch­lands. Das gute Wetter hob die Stim­mung zusätz­lich und so war der erste Fes­ti­val­tag ein Fest für Orga­ni­sa­to­ren, Musi­ker und den rund 13.000 Besuchern.

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Itchy Poopzkid

Rockig ging es für mich mit den drei Jungs von Itchy Poopzkid los. Die Punk-Combo um Daniel Frie­del, Sebas­ti­an Hafner und Maxi­mi­li­an Zimmer brach­ten von Beginn an die Fans zum Toben. Vor­ran­gig gab es natür­lich Songs des aktu­el­len Albums “Six” auf die Ohren. Aber auch Hits wie “Why still bother” oder “Down Down Down” wurden gespielt. Deut­li­che Anlei­hen der ame­ri­ka­ni­schen Band “Green Day” ließen sicher nicht nur mich an die Jugend­zeit erin­nern. Fan­nä­he zeigte Sebas­ti­an “Sibbi” Häfner, der sich auf einen Gitar­ren­kof­fer ste­hend auf das Publi­kum wagte.

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LGoony

Mit einer kom­plett ande­ren Musik­rich­tung ging es anschlie­ßend auf der Noisey-Bühne weiter. Mit dem Kölner LGoony hatte sich dort gemein­sam mit Juicy Gay zwei Rapper ein­ge­fun­den, die wohl nicht besser die Genera­ti­on “Swag” ver­kör­pern könn­ten. 2015 brach­te das Mix­tape Grape Tape den Durch­bruch, auf dem er unter ande­rem Fea­tures mit Casper und Money Boy prä­sen­tier­te. Mit dabei war der befreun­de­te Rapper Juicy Gay. Über­spiel­te Cool­ness und frag­wür­di­ge Texte haben mir ziem­lich deut­lich gezeigt, dass ich wohl zu alt für diesen “Shize” bin.

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Prinz Pi

In ähn­li­chem Genre aber mit deut­lich höhe­rer Qua­li­tät folgte auf der Haupt­büh­ne Prinz Pi. Der aus Berlin stam­men­de Rapper hatte erst vor eini­gen Wochen seine neue Platte “Im Westen nix Neues” ver­öf­fent­licht, die deut­lich erwach­se­ner wirkt und mit tief­ge­hen­den Texten glänzt. Natür­lich durf­ten auch Hits wie “Kom­pass ohne Norden” oder “Glück” nicht im Set fehlen. Auch des­halb fand ich den Auf­tritt des boden­stän­di­gen Rap­pers ohne Star­al­lü­ren rich­tig klasse.

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BOY

Eines meiner per­sön­li­chen High­lights des ersten Fes­ti­val­ta­ges war das Musik­duo BOY bestehend aus der Zür­cher Sän­ge­rin Val­es­ka Stei­ner und der Ham­bur­ger Musi­ke­rin Sonja Glass. Mit sanf­ten, atmo­sphä­ri­schen Klän­gen – unter ande­rem vom aktu­el­len Album “We Were Here” – stell­ten sie einen ange­neh­men Gegen­part zum stim­mungs­ge­la­de­nen Fes­ti­val­sound dar. Mit im Gepäck hatten die Mädels unter ande­rem auch einen meiner Som­mer­hits 2011: “Little Num­bers”. Selbst einige Ton­pro­ble­me stell­ten dem Ver­gnü­gen keinen Abbruch dar.

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Mule & Man

Über­ra­schend war der Auf­tritt der Combo Mule & Man, bestehend aus Kid Simius und Bona­par­te. Auf der einen Seite gab es außer “10k Types Of Tor­tu­re” kei­ner­lei Track-Ver­öf­fent­li­chung, auf der ande­ren war der Auf­tritt über­ra­schend phä­no­me­nal. Trei­ben­de Elek­tro-Beats gepaart mit der cha­rak­te­ris­ti­schen Stimme von Tobias Jundt waren ein echter Ohren­schmaus. Für Mit­sing-Garan­tie sorg­ten bekann­te Bona­par­te-Songs, aus denen das Set zum Groß­teil bestand. Wie sich für einen extro­ver­tier­ten Künst­ler gehört, durfte auch das Bad in (bzw. auf) der Menge nicht fehlen.

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Casper

Gegen 22.45 Uhr folgte der große Höhe­punkt des kos­mi­schen Frei­tags: Die Band um den Aus­nah­me-Rapper Casper gab sich auf dem Kos­mo­naut die Ehre und spiel­te die ein­zi­ge Fes­ti­val-Show in diesem Sommer. Wie schon vor zwei Jahren star­te­te er mit “Im Asche­re­gen” und brach­te die nahe am Ner­ven­zu­sam­men­bruch ste­hen­den Tee­nies in der ersten Reihe in Extase. Vide­of­e­ti­schis­ten dürf­ten sich vor allem an der rie­si­gen LED-Wand erfreut haben. Dort wurden zum Song pas­sen­de Ani­ma­tio­nen oder eben direkt das kom­plet­te Musik­vi­deo gezeigt. Der wie immer impul­si­ve Kon­zert war zudem von aller­hand Pyro­tech­nik beglei­tet. Der 70-minü­ti­ge Auf­tritt endete mit der exklu­si­ven Ankün­di­gung des neuen Albums Ende Sep­tem­ber und der ersten Sin­gle­aus­kopp­lung “Lang lebe der Tod”, in der er mit Blixa Bar­geld, Dago­bert und Sizarr kooperiert.

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SSIO

Den Abschluss des ersten Fes­ti­val­ta­ges bil­de­te die irr­wit­zi­ge Show des Rap­pers SSIO. Auf die Ohren gab es haupt­säch­lich Tracks des aktu­el­len Albums 0,9. Mit hef­ti­gen und nicht ganz jugend­frei­en Texten begeis­ter­te er eine ganz beson­de­re Fes­ti­val-Kli­en­tel. Fun­fact zum aus Afgha­ni­stan stam­men­den Text­jon­gleur: Ssia­wa­sh Sadat, wie der Künst­ler bür­ger­lich heißt, stu­diert neben seinem Rapper-Dasein am RheinAhr­Cam­pus Rema­gen der Hoch­schu­le Koblenz Betriebswirtschaftslehre.

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