Zum Inhalt springen

Facettenreiches Frühlingserwachen in Flora und Fauna.

End­lich ist es soweit: Die Tage werden länger und der Früh­ling steht in den Start­lö­chern. Flora und Fauna begrü­ßen die Jah­res­zeit mit hellen Farben und lautem Träl­lern. Ich habe mich, mit Kamera und Tele­ob­jek­tiv aus­ge­stat­tet, auf die Pirsch bege­ben, um die ersten Zei­chen für das erneu­te Auf­le­ben der Natur foto­gra­fisch fest­zu­hal­ten. Einige Ein­drü­cke eines sonn­täg­li­chen Aus­flugs in die Botanik.

Graugans, Mandarinente und Kormoran genießen die warmen Sonnenstrahlen

Nach der kalten Jah­res­zeit freuen sich die hie­si­gen Vögel, die sich nicht auf den Weg in den warmen Süden gemacht haben, beson­ders auf die ersten warmen Tage. So nutzen etwa die Grau­gän­se das Wetter für einen aus­ge­dehn­ten Spa­zier­gang durch den Park. Davon halten sie auch die zahl­rei­chen Men­schen nicht ab. Die Nah­rungs­aus­wahl ist schließ­lich viel zu verlockend.

Nach dem Schmaus geht es zurück in den Teich. Dort tum­meln sich auch einige Man­da­ri­nenten­pär­chen. Ursprüng­lich in Ost­asi­en behei­ma­tet, lassen sich Gefan­gen­schafts­flücht­lin­ge auch ver­ein­zelt hier­zu­lan­de in Europa finden. Schon aus der Ferne ste­chen der grün-metal­li­sche Schopf mit großen weißen Über­au­gen­strei­fen und der kas­ta­ni­en­brau­ne Backen­bart des Erpel ins Auge. In diesen Tagen wei­chen die grau­brau­nen Weib­chen mit ihren weißen Augen­rin­gen und schmuck­haft ver­län­ger­tem Lid­strich selten von der Seite.

Der­weil lassen sich in den Nach­mit­tags­stun­den die großen schwar­zen Kor­mo­ra­ne bei ihrer ganz eige­nen Zere­mo­nie der Nah­rungs­auf­nah­me beob­ach­ten. Zuerst tau­chen sie teil­wei­se meter­weit im Teich und suchen nach ihrer Beute. Ist diese erlegt, folgt das Ver­spei­sen. Wobei der Vogel den Fisch artis­tisch mit dem Schna­bel umher wirft. Abschlie­ßend lässt er am Ufer sit­zend sein Feder­kleid durch breit aus­ge­streck­te Flüge trock­nen. Ein beein­dru­cken­des Schau­spiel, das sich auch der Grau­rei­her aus der Ferne anschaut.

Krokusse und Winterlinge färben die Wiesen

Nicht weit ent­fernt lassen sich im Park die Früh­lings­bo­ten schlecht­hin bestau­nen. Große Kro­kus­tep­pi­che erstre­cken sich über den noch grauen Boden. Ihren Namens­urprung haben sie von der grie­chi­schen Bezeich­nung der ver­brei­ter­ten Unter­art Safran, krókos (κρόκος). Erst lokal per Samen gepflanzt, lassen sich die „nack­ten Jung­fern“ mitt­ler­wei­le auch lose auf Wiesen und in Wäl­dern finden.

Dazwi­schen zeigen sich Win­ter­lin­ge und Schnee­glöck­chen in ihren gelben und weißen Klei­dern. Wie große Farb­tup­fer erstre­cken sie sich an diesen Tagen zwi­schen den kahlen Bäumen in den Parks der Dörfer und Städte. Das lockt auch die ersten Insek­ten an, die sich an den bunten Blüten und deren Nektar ergötzen.

Rotkehlchen, Blaumeise und Buntspecht tönen von den Bäumen

Wer genau hin­hört und hin­sieht, findet auf den kahlen Ästen der Bäume die ersten Sing­vö­gel. Tii-Tii Tii-Tii! Sie träl­lern vir­tu­os und künden vom nahen­den Früh­ling. Beson­ders attrak­tiv sind die bunten Klei­der von Rot­kehl­chen und Blau­mei­se, die sich an diesen Tagen auf Part­ner­su­che befinden.

Tock tock tock! Nur wenige Meter ent­fernt klopft sich ein Bunt­specht takt­voll durch die Rinde einer alten Eiche. Auf der Suche nach ess­ba­ren, holz­be­woh­nen­den Insek­ten und deren Larven tanzt er hek­tisch auf und ab. Ein wildes Spek­ta­kel, das sich vom Weges­rand beob­ach­ten lässt. Und wer weiß, viel­leicht hält der nächs­te Sonn­tags­spa­zier­gang noch ganz andere Früh­lings­ent­de­ckun­gen bereit.


Entdecke mehr von Jonas’ Blog

Melde dich für ein Abon­ne­ment an, um die neu­es­ten Bei­trä­ge per E‑Mail zu erhalten.

Kommentar verfassen