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Meine 8 Urlaubs-Highlights auf der autofreien Nordseeinsel Juist.

Stress und Lärm bestim­men unse­ren hek­ti­schen Alltag. Da ist es umso schö­ner, dass es kleine Oasen der Stille und natür­li­chen Unbe­rührt­heit gibt. Eine davon ist die ost­frie­si­sche Insel Juist, auf der es weder Auto­mo­bi­le noch Last­kraft­wa­gen gibt. Statt­des­sen prägen Fahr­rä­der und Pfer­de­kut­schen das Stra­ßen­bild. In Koope­ra­ti­on mit dem Hotel Atlan­tic Juist ver­ra­te ich euch, wie der Urlaub auf dem „Töwer­land“ unver­gess­lich wird.

Als Aus­gangs­punkt für unse­ren klei­nen Trip auf die ost­frie­si­sche Insel dient das Hotel Atlan­tic Juist unweit des Hafens. Ledig­lich acht Geh­mi­nu­ten tren­nen die Anle­ge­stel­le von Insel­fäh­re, Insel­ex­press und Töwer­land Express vom Haupt­ge­bäu­de. Die Anfän­ge der Unter­kunft gehen bis ins Jahr 1875 zurück. Heute lässt sich in einem der 72 Zimmer näch­ti­gen. Auch wenn die Räume eine Reno­vie­rung ver­dient hätten, erfreu­en sie mit ihrer Funk­tio­na­li­tät: Neben Herd­plat­te und Mikro­wel­le befin­det sich auch eine Spül­ma­schi­ne im Raum. Die Dusche im Bad ist groß bemes­sen. Die Toi­let­ten­spü­lung wird über einen nach­hal­ti­gen Grau­was­ser­spei­cher gespeist.

Als echtes High­light kann das Lang­schlä­fer-Früh­stück im Restau­rant Güst bezeich­net werden. Von Rührei mit Speck über Lachs und Auf­schnitt bis hin zu Müsli mit Obst oder Gebäck lässt es kaum einen Wunsch offen. Und mit einem Glas Sekt kommt der Kreis­lauf am frühen Morgen so rich­tig in Schwung. In den Nach­mit­tags­stun­den bietet das Restau­rant­per­so­nal Kaffee, Waf­feln und Kuchen an. Nach einem ereig­nis­rei­chen Urlaubs­tag lädt wie­der­um der Spa-Bereich mit Pool und diver­sen Saunen zum Ent­span­nen ein. Im Anschluss lohnt sich ein Abste­cher in die Bar Gin & Tonic für einen alko­ho­li­schen oder alko­hol­frei­en Drink auf der Bar-Ter­ras­se. Ein herr­li­cher Ort, um das Erleb­te Revue pas­sie­ren zu lassen.

1. Stiller Sonnenaufgang an der Nordsee

Wäh­rend der Strand zum Son­nen­un­ter­gang reich bevöl­kert wird, lässt sich der Son­nen­auf­gang auf der Insel Juist in Stille genie­ßen. Oben auf der Düne hin zur weiten Nord­see exis­tie­ren rund um den Ort drei Aus­sichts­punk­te, von denen der Anbruch des Tages beson­ders majes­tä­tisch wirkt. Für das sanfte Rau­schen der Wellen zahlt sich jedoch der Weg zwi­schen den Strand­kör­ben hin­durch zur Spitze des brei­ten Sand­stran­des aus. Um kurz nach 5 Uhr mor­gens unter­bre­chen nur ein paar Sil­ber­mö­wen den mono­to­nen, beru­hi­gen­den Klang des Meeres. Zeit zum Durchatmen.

Beim Weg zurück, vorbei an Rat­haus und Insel­töp­fe­rei, eröff­net sich der ganz beson­de­re Zauber des Ortes. Nicht ohne Grund nennen ihn die Ein­hei­mi­schen „Töwer­land“ (zu deutsch: Zau­ber­land). Der Hafen mit seinem See­zei­chen sowie der Leucht­turm „Mem­mert­feu­er“ sind um diese Uhr­zeit men­schen­leer. Ebenso wie die klei­nen Fri­schemärk­te, Kioske und der ein­zi­ge Dro­ge­rie­markt Rossmann.

2. Delikate Dorferkundung von Juist und Loog

Das lie­bens­wer­te Lebens­ge­fühl der Insel zeigt sich bei einem aus­ge­dehn­ten Spa­zier­gang durch die Orts­tei­le Juist und Loog. Beschau­li­che Back­stein­häu­ser säumen die Stra­ßen und Gassen. Präch­ti­ge Pfer­de­fuhr­wer­ke trans­por­tie­ren Waren oder Men­schen von A nach B. Wer kann ist hier mit dem Fahr­rad oder E‑Bike unter­wegs. Dieses ent­schleu­nig­te Leben bringt Körper und Geist zur Ruhe. Gänse und Enten bestim­men das Leben auf dem grünen Deich unweit der Sied­lung. Mit etwas Glück bekommt man auch einen der Jagd­fa­sa­ne zu Gesicht, dessen Schreie weit über die Insel schallen.

Einen Abste­cher ist die sechs­te evan­ge­li­sche Insel­kir­che aus dem Jahr 1964 wert. See­leu­te spen­de­ten vor Jahr­hun­der­ten ein Modell­schiff als Votiv­ga­be, das nun­mehr den Innen­raum schmückt. In den bunten Fens­ter­schei­ben sind far­ben­fro­he Was­ser­mo­ti­ve aus der Bibel dar­ge­stellt. Amü­sant: Die Cam­pa­ni­le, der frei­ste­hen­de Glo­cken­turm, wird von den Ein­woh­nen­den lie­be­voll Rakete genannt.

3. Fabelhafte Fahrradtour zum Billriff

Nicht rake­ten­schnell son­dern über­aus ent­spannt ist die Fort­be­we­gung auf Juist mit dem Fahr­rad. Auch Unge­üb­te können das flache Land auf zwei Rädern erkun­den. Beson­ders emp­feh­lens­wert ist ein Aus­flug zum Natur­schutz­ge­biet Bill­riff am west­li­chen Ende der Insel. Der male­ri­sche Weg führt ent­lang der Salz­wie­se, vorbei am Ham­mer­see bis zu einem Fahr­rad­park­platz unweit der Domäne Bill. Zu Fuß geht es dann die letz­ten Meter zum natur­be­las­se­nen Strand. Die unbe­rühr­te Küs­ten­li­nie zieht man­cher­lei Vögel an. Alpen­strand­läu­fer, San­der­ling und Herings­mö­we leben hier Feder an Feder.

Mit etwas Glück lässt sich von der Spitze der ein oder andere See­hund erspä­hen. Sinn­vol­ler ist jedoch eine Fahrt mit dem Schiff zu den nahen Sand­bän­ken. Nach dem Strand­spa­zier­gang lohnt sich ein Besuch der Domäne Bill für ein Stück Rosi­nen­stu­te mit Butter. Im Sommer wahl­wei­se gepaart mit einem erfri­schen­den Aperol Spritz, bevor es wieder beschwipst äh beschwingt zurück ins Dorf geht. Wer noch etwas zur Geschich­te der Insel lernen mag, macht Halt beim Wär­ter­haus im Juis­ter Wäld­chen. Dort offen­bart die ehren­amt­li­che Natio­nal­park-Wartin Ursula Kleen-Kola­nus aller­hand Wis­sens­wer­tes zur klei­nen Vogel-Insel Mem­mert.

4. Sensationelle Schifffahrt zu den Seehundbänken

Für einen echten Blick auf das Natur-Para­dies Mem­mert emp­fiehlt sich eine aus­ge­dehn­te Schiff­fahrt zur Kache­lot­p­la­te. Wäh­rend des zwei­stün­di­gen Aus­flugs durch die Nord­see bietet sich nicht nur ein toller Blick auf die Salz­wie­sen von Juist, son­dern auch auf die unbe­rühr­te Tier­welt der Vogel­schutz­in­sel. Immer wieder umkrei­sen Vögel­schwär­me das Boot. Unter­wegs lie­fern Mitglieder:innen des Natur­schutz­bun­des NABU span­nen­de Infor­ma­tio­nen zum Natur­park Wat­ten­meer und dem großen, tie­ri­schen Höhe­punkt: den See­hun­den und Kegel­rob­ben.

Wenn die Sonne scheint, liegen Hun­der­te der nied­li­chen Raub­tie­re auf den großen Sand­bän­ken vor Juist. Mit einem aus­leih­ba­ren Fern­glas lassen sie sich in Ruhe beim Genie­ßen der wär­men­den Strah­len beob­ach­ten. Ein beein­dru­cken­des Spek­ta­kel. Ende Mai zeigen sich zwi­schen den aus­ge­wach­se­nen Männ­chen und Weib­chen die ersten Jung­tie­re. Die nahr­haf­te Mut­ter­milch (45% Fett) lässt sie jedoch schnell größer werden: Pro Tag nehmen sie 1,5 bis 2 Kilo­gramm zu, bevor es nach einem Monat hinaus auf Fisch­jagd geht.

5. Vorzügliche Fischspeisen in Juist

Obwohl wir Men­schen keine Raub­tie­re sind, darf auf Juist das ein oder andere Fisch­ge­richt nicht fehlen. Für das Fisch­bröt­chen zwi­schen­durch bietet sich eine Stipp­vi­si­te bei Heinis Kom­bü­se an. Das Ange­bot reicht von Kräu­ter­mat­jes über Räu­cher­lachs bis zum Krab­ben­bröt­chen. Beson­ders emp­feh­lens­wert ist die Fisch­box mit Flamm­lachs. In Ver­bin­dung mit einem Glas Grau­bur­gun­der Weiß­wein aus der Pfalz ein köst­li­cher Snack.

Für das Abend­essen stellt das Bistro & Restau­rant Juis­ter Auster am Kur­platz eine deli­ka­te Option dar. Mit etwas Glück gibt es das Fisch-Drei­er­lei mit Brat­kar­tof­feln und Salat im Ange­bot. Aber auch der Back­fisch mit Kar­tof­feln ist schmack­haft. Eine himm­li­sche Gau­men­freu­de ist das cre­mi­ge Tonk­a­boh­nen­eis zum Nach­tisch. Guten Appetit!

6. Schöner Spaziergang über den Otto-Leege-Pfad

Die auf­ge­nom­me­nen Kalo­rien müssen aller­dings auch umge­setzt werden. Herr­lich pit­to­resk und gleich­zei­tig infor­ma­tiv ist der Otto-Leege-Pfad nahe des Ost­dorfs. Er wurde zu Ehren des Leh­rers und Natur­kund­lers angele(e)gt, der als „Vater“ der Vogel­schutz­in­sel Mem­mert gilt. Von einem Aus­sichts­punkt, der einen weiten Blick über das Wat­ten­meer und die Dünen bietet, führt ein Holz­steg hinein in ein wahres Natur-Gesamt­kunst­werk. Info­ta­feln erklä­ren nicht nur Flora und Fauna, son­dern die Juis­ter Ele­men­te Sand, Wasser, Salz, Luft und Licht.

Der rund ein Kilo­me­ter lange Pfad besitzt auch einige ein­drucks­vol­le Mit­mach-Sta­tio­nen. Leider nicht funk­ti­ons­fä­hig ist eine Was­ser­pum­pe. Dafür tönt die Wind­har­fe umso lauter. Bei Son­nen­schein lädt eine Son­nen­uhr zum Schat­ten­spiel ein. Apro­pos Spiel: Bei jedem Wetter erlaubt die was­ser­ge­füll­te Klang­scha­le das Erzeu­gen von Schall­wel­len, die weit über die Dünen hörbar sind. Nach einem der zahl­rei­chen weißen Fens­ter zur Bio­di­ver­si­tät endet der Otto-Leege-Pfad wie er ange­fan­gen hat – mit einer Aus­sichts­platt­form. Nun aber hinaus auf die weite Nordsee.

7. Wissensreiche Wattwanderung im Naturpark Wattenmeer

Wer vom Laufen nicht genug bekommt, sollte unbe­dingt eine der lehr­rei­chen Watt­wan­de­run­gen unter­neh­men. In regel­mä­ßi­gen Abstän­den stehen dafür die netten Führer:innen des Nabu-Natur­park­hau­ses zur Ver­fü­gung. Das Erleb­nis beginnt mit den ersten Schrit­ten im Sand­watt. Kleins­te Schne­cken­häus­chen lassen sich am Rand des Wat­ten­meers finden. Meter für Meter geht es von der Insel weg, beglei­tet vom Knis­tern der Schlick­kreb­se, die sich durch den Sand wühlen. Und sich nach eini­gen Minu­ten Stehen über unsere Fuß­ze­hen kämpfen.

Es dauert nicht lang und man erreicht das weiche Misch­watt. Die Knö­chel ste­cken nun kom­plett im Sand­matsch. Dazwi­schen graben sich Herz­mu­scheln mit­hil­fe ihres Fußes durch den wei­chen Boden und fil­tern akri­bisch das Meer­was­ser. Bis zu fünf Liter pro Stunde nehmen die Mee­res­be­woh­ner auf. Fas­zi­nie­rend! Den Höhe­punkt einer jeden Watt­wan­de­rung bildet das obli­ga­to­ri­sche Bud­deln nach einem Watt­wurm. Gut ver­steckt, kann es eine Weile dauern bis sich ein Exem­plar finden lässt. Umso erfreu­li­cher, wenn er dann mit seinen Dut­zen­den Bein­chen über die Hand kriecht.

8. Kunterbunter Kulturabend auf dem Kurplatz

Ein Urlaub auf Juist ist erst dann voll­stän­dig, wenn man einen der facet­ten­rei­chen Insel­aben­de auf dem Kur­platz erlebt hat. Im Rahmen der Juis­ter Mai­zeit treten ver­schie­de­ne lokale Grup­pen auf. Der Musik­zug der Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr eröff­net stim­mungs­voll mit Blas­mu­sik, wäh­rend die Volks­tanz- und Trach­ten­grup­pe des Hei­mat­ver­eins inter­na­tio­na­le Tänze zum Besten gibt. Auch eine Thea­ter­grup­pe zeigt regel­mä­ßig ihr Können.

Nicht fehlen darf natür­lich der klang­vol­le Shanty-Chor mit seinen volks­tüm­li­chen See­manns-Weisen. Nach­dem die letz­ten Schrit­te der loka­len Line-Dance-Gruppe im Büh­nen­par­kett ver­klun­gen sind, erklingt zum Abschluss des zwei­stün­di­gen Pro­gramms das Juis­ter Insel­lied. Melan­cho­lie kommt auf wäh­rend lang­sam die Nacht her­ein­bricht. Wenn nicht jetzt, dann spä­tes­tens auf der Insel­fäh­re zum Ende des Urlaubs, wenn James Last’ „Bis­ca­ya“ zum Abschied erklingt.

Dis­clai­mer: Das Hotel Atlan­tic Juist hat die Über­nach­tungs­kos­ten über­nom­men. Es gab jedoch keinen Ein­fluss auf die redak­tio­nel­len Inhal­te. Alle Akti­vi­tä­ten und Mahl­zei­ten wurden selbst bezahlt.


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